Wieso sagen eigentlich sämtliche deutschsprachigen Fernsehköche "Sose" mit stimmhaftem s-Laut zu Beginn der zweiten Silbe?
Handelt es sich dabei etwa um eine fachsprachliche Artikulation von Soße/Sauce, ähnlich der von Glosse?
Oder können die wirklich alle kein Französisch?
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Donnerstag, 25. September 2008
s-Fehler oder High S[au]ciety?
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Sonntag, 11. Mai 2008
Volksverdummung
Liebe Mitarbeiter der PR-Abteilung von Zott: Da ist Euch ja ein echter Coup gelungen. Euer neues Molkerei-Produkt mit dem Namen "La Dessert" zu versehen, war wirklich eine geniale Idee. Bestimmt wird jeder sofort durchschauen, daß Ihr absichtlich den falschen, femininen Artikel "la" gewählt habt, um Eurem Joghurt neben französischer Raffinesse auch einen Hauch italienischer Leichtigkeit zu verleihen. Besonders alle, die des Französischen auch nur ansatzweise mächtig sind, werden sich über dieses gelungene Sprachspiel köstlich amüsieren.
Vielleicht aber werden alle mündigen Konsumenten, die sich nicht von ein paar überbezahlten Sprachdilettanten für dumm verkaufen lassen wollen, am Kühlregal einen großen Bogen um das neue Produkt machen. Solange, bis dessen scheußlicher Name in das korrekte "Le Dessert" oder etwas ganz anderes umgeändert wird.
Vorsätzlich Fehler zu machen, mag in der Jugend- oder Straßensprache modern sein. Für ein namhaftes Unternehmen ist es jedoch einfach nur peinlich, den offensichtlichen Mangel an Kreativität durch derlei erzwungene Originalität = Abweichung kaschieren zu wollen!
Da können einem echt alle Französischlehrer leid tun, die ihren Schülern diese Flausen hernach wieder austreiben sollen. Stimmt das weitverbreitete Vorurteil, daß Fernsehen und vor allem Werbung dumm macht, also doch?
Allerdings besteht noch Hoffnung auf Besserung: So wurde aus Dr. Oetkers Puddingdessert "Paula's" nach einiger Zeit heimlich, still und leise "Paula" ohne sächsischen Genitiv. Haben hier vielleicht ein paar Deutschlehrer ihre Stimme zum Protest erhoben, weil "Paulas" Hauptzielgruppe Kinder sind?
Weiter so!!! Nur mutig gestritten!
Euer ZOTTeliges Mammut
Vielleicht aber werden alle mündigen Konsumenten, die sich nicht von ein paar überbezahlten Sprachdilettanten für dumm verkaufen lassen wollen, am Kühlregal einen großen Bogen um das neue Produkt machen. Solange, bis dessen scheußlicher Name in das korrekte "Le Dessert" oder etwas ganz anderes umgeändert wird.
Vorsätzlich Fehler zu machen, mag in der Jugend- oder Straßensprache modern sein. Für ein namhaftes Unternehmen ist es jedoch einfach nur peinlich, den offensichtlichen Mangel an Kreativität durch derlei erzwungene Originalität = Abweichung kaschieren zu wollen!
Da können einem echt alle Französischlehrer leid tun, die ihren Schülern diese Flausen hernach wieder austreiben sollen. Stimmt das weitverbreitete Vorurteil, daß Fernsehen und vor allem Werbung dumm macht, also doch?
Allerdings besteht noch Hoffnung auf Besserung: So wurde aus Dr. Oetkers Puddingdessert "Paula's" nach einiger Zeit heimlich, still und leise "Paula" ohne sächsischen Genitiv. Haben hier vielleicht ein paar Deutschlehrer ihre Stimme zum Protest erhoben, weil "Paulas" Hauptzielgruppe Kinder sind?
Weiter so!!! Nur mutig gestritten!
Euer ZOTTeliges Mammut
Samstag, 16. Februar 2008
"Journalist", und nicht "Dschornalist"!
Warum gibt es kaum noch jemanden, der [ʒurna'lɪst] sagt? Liegt es daran, daß Englisch so modern ist? Oder können die einfach nur kein Französisch?
Merkwürdigerweise wird "Journalist" im englischen Sprachraum aber ['dʒɜ:nəlɪst] ausgesprochen.
Somit handelt es sich bei [dʒorna'lɪst] um eine Aussprachevariante, die weder im Englischen noch im Französischen korrekt ist. Eine Chimäre, die von all jenen gebraucht wird, die weder richtig Englisch noch Französisch sprechen. Und Deutsch schon gar nicht. Sonst wüßten sie nämlich, daß das Deutsche im Falle von "Journalist" auf die französische Aussprache zurückgreift.
Die Freunde des Sprachwandels werden den Kopf schütteln ob meiner Klage. Sie werden sagen: "Sprache verändert sich, sie hat sich immer verändert." Womit sie natürlich recht haben.
Und in der Entwicklung von ['dʒɜ:nəlɪst] hin zu [dʒorna'lɪst] würden sie vermutlich ein erfreuliches Zeichen der Anpassung an das Lautsystem der deutschen Sprache sehen.
Womit dann auch diejenigen das passende Argument hätten, die [ʃorna'lɪst] (oder noch besser: ['ʃornalɪst]) sagen. Das ist dann wenigstens konsequent.
Ein Hoch auf die Assimilation!
Merkwürdigerweise wird "Journalist" im englischen Sprachraum aber ['dʒɜ:nəlɪst] ausgesprochen.
Somit handelt es sich bei [dʒorna'lɪst] um eine Aussprachevariante, die weder im Englischen noch im Französischen korrekt ist. Eine Chimäre, die von all jenen gebraucht wird, die weder richtig Englisch noch Französisch sprechen. Und Deutsch schon gar nicht. Sonst wüßten sie nämlich, daß das Deutsche im Falle von "Journalist" auf die französische Aussprache zurückgreift.
Die Freunde des Sprachwandels werden den Kopf schütteln ob meiner Klage. Sie werden sagen: "Sprache verändert sich, sie hat sich immer verändert." Womit sie natürlich recht haben.
Und in der Entwicklung von ['dʒɜ:nəlɪst] hin zu [dʒorna'lɪst] würden sie vermutlich ein erfreuliches Zeichen der Anpassung an das Lautsystem der deutschen Sprache sehen.
Womit dann auch diejenigen das passende Argument hätten, die [ʃorna'lɪst] (oder noch besser: ['ʃornalɪst]) sagen. Das ist dann wenigstens konsequent.
Ein Hoch auf die Assimilation!
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