Da hat nun also die Bundesregierung ein 500-Milliarden-Euro Hilfs- und Rettungspaket für die taumelnden Banken geschnürt, die Aktienkurse steigen wieder zaghaft - und dennoch werden die ewigen Skeptiker nicht müde, die große Krise zu beschreien:
"Deutschland am Rande einer Rezession", jaulen sie, und es ist, als versetzten sie damit der lahmenden Konjunktur den Todesstoß.
Liebe Berufspessimisten, schon mal drüber nachgedacht, daß negative Nachrichten und omnipräsente "Befürchtungen" nichts anderes als schlechte Ergebnisse zeitigen werden? - Quasi ein Automatismus.
Warum nicht alternativ ein positives Signal setzen, voller Zuversicht und Optimismus, um sich dann von dessen durchschlagender Wirkung verblüffen zu lassen?
Alles eine Frage der Einstellung.
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Mittwoch, 15. Oktober 2008
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Unkenrufe...
Ich kann es nicht mehr hören: jeden Tag neue Hiobsbotschaften von der Börsenfront. Dax im Keller, Nikkei-Index ebenso, Banken kurz vor der Pleite.
Und als würde das nicht reichen, die mediale Panikmache: "Steht uns eine neue Weltwirtschaftskrise bevor?" Der Goldpreis steige stetig. "Verkaufen Sie Ihre Aktien und Fondsanteile!" Jeder vierte Deutsche habe bei seiner Bank angerufen, um zu erfragen, ob seine Ersparnisse sicher seien. Was will man uns damit bedeuten? "Ihr anderen drei sorgt Euch wohl nicht um Euer Geld, daß Ihr nicht anruft?"
Vielleicht haben auch drei von vier Deutschen kein oder zumindest nicht genügend Spargeld, als daß Befürchtungen darum sich lohnten? Oder werden von anderen, viel profaneren Sachverhalten in Beschlag genommen, zum Beispiel der Frage, wovon die Heizkosten für den Winter zu bestreiten seien? Spätestens, wenn die Rechnung für den gefüllten Gas- oder Öltank ins Haus flattert, hat sich das Thema "Geld auf dem Sparkonto" ohnehin erledigt.
Und überhaupt: Ca. 90% der deutschen Unternehmen seien nicht-börsennotierte Mittelständler. Die nach Expertenmeinung über ausreichend Kapitaldeckung verfügen, um auch eine mittelfristige Verknappung von Krediten ohne Liquiditätsprobleme überstehen zu können. Zudem hielten nur rund 10% der Bevölkerung Aktien, weshalb auch die Berichterstattung von der Börse nur eine Minderheit tangieren müsse. Wie sagte Rudolf Dreßler so schön: "Die Börse hat nichts mit der realen Wirtschaft zu tun."
Wie beruhigend.
Und als würde das nicht reichen, die mediale Panikmache: "Steht uns eine neue Weltwirtschaftskrise bevor?" Der Goldpreis steige stetig. "Verkaufen Sie Ihre Aktien und Fondsanteile!" Jeder vierte Deutsche habe bei seiner Bank angerufen, um zu erfragen, ob seine Ersparnisse sicher seien. Was will man uns damit bedeuten? "Ihr anderen drei sorgt Euch wohl nicht um Euer Geld, daß Ihr nicht anruft?"
Vielleicht haben auch drei von vier Deutschen kein oder zumindest nicht genügend Spargeld, als daß Befürchtungen darum sich lohnten? Oder werden von anderen, viel profaneren Sachverhalten in Beschlag genommen, zum Beispiel der Frage, wovon die Heizkosten für den Winter zu bestreiten seien? Spätestens, wenn die Rechnung für den gefüllten Gas- oder Öltank ins Haus flattert, hat sich das Thema "Geld auf dem Sparkonto" ohnehin erledigt.
Und überhaupt: Ca. 90% der deutschen Unternehmen seien nicht-börsennotierte Mittelständler. Die nach Expertenmeinung über ausreichend Kapitaldeckung verfügen, um auch eine mittelfristige Verknappung von Krediten ohne Liquiditätsprobleme überstehen zu können. Zudem hielten nur rund 10% der Bevölkerung Aktien, weshalb auch die Berichterstattung von der Börse nur eine Minderheit tangieren müsse. Wie sagte Rudolf Dreßler so schön: "Die Börse hat nichts mit der realen Wirtschaft zu tun."
Wie beruhigend.
Mittwoch, 24. September 2008
Finanzkrise
Ja ja, die aktuellen Erschütterungen der weltweiten Finanzmärkte bestätigen meine schlimmsten Vorurteile:
Selbsternannte Experten vernichten Kapital. Staat und Regierung müssen einspringen und milliardenschwere Bürgschaften leisten. Menschen verlieren Ihre Arbeit. Aber: "Wir konnten Schlimmeres verhindern!" Gut, angesichts der Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise fallen 40 000 Arbeitsplätze weniger vielleicht nicht sonderlich ins Gewicht. Hm, aber die Betroffenen sehen das womöglich ganz anders?...
Die Börse: ein seltsamer Verein, der Glücksritter und Banditen magisch anzuziehen scheint. Ein gigantischer Abenteuerspielplatz für große Kinder. Spannender als Roulette und Poker. Und in etwa ebenso unberechenbar.
Oder warum sind die Prognosen für gewöhnlich nicht annähernd so zuverlässig wie die Wettervorhersage?
Selbsternannte Experten vernichten Kapital. Staat und Regierung müssen einspringen und milliardenschwere Bürgschaften leisten. Menschen verlieren Ihre Arbeit. Aber: "Wir konnten Schlimmeres verhindern!" Gut, angesichts der Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise fallen 40 000 Arbeitsplätze weniger vielleicht nicht sonderlich ins Gewicht. Hm, aber die Betroffenen sehen das womöglich ganz anders?...
Die Börse: ein seltsamer Verein, der Glücksritter und Banditen magisch anzuziehen scheint. Ein gigantischer Abenteuerspielplatz für große Kinder. Spannender als Roulette und Poker. Und in etwa ebenso unberechenbar.
Oder warum sind die Prognosen für gewöhnlich nicht annähernd so zuverlässig wie die Wettervorhersage?
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Mittwoch, 26. März 2008
Mammut, krisengeschüttelt
Hin und wieder unternimmt das Mammut einen Versuch, die Welt (oder zumindest den darin stattfindenden Sprachgebrauch) zu verbessern. Mit überaus bescheidenem Erfolg, wie man sieht:
Mäkelndes Mammut:
"Krise" schreibt man nicht mit "ie"...
Antwort:
(...) deutsche rechtschreibung lässt auch kriese mit ie schreiben.
- D a s Rechtschreibwörterbuch möchte ich sehen... Schön, daß wir in einer Zeit leben, wo jeder seine Regeln selbst erfindet. Danke, Kultusministerkonferenz! Anarchie und Chaos, sie leben hoch!
Soll ich es nun bedauern oder mich vielmehr glücklich schätzen, keine Lehrerlaufbahn eingeschlagen zu haben? Hätte ich dem Bürschchen sein Schreibheft um die Ohren hauen können... Aber körperliche Züchtigung ist ja verboten. Gut, also erklären wir dem jungen Mann, daß Krise aus dem Griechischen stammt, die deutsche Schreibung mit "i" sich somit am altgriechischen κρίσις orientiert und die deutsche Orthographie in ihrer bekannten Inkonsequenz Langvokale zwar häufig, aber keineswegs immer durch "ie" kennzeichnet.
Krisengebiet deutsche Sprache? Oder alles nur Pseudokrise?
Mäkelndes Mammut:
"Krise" schreibt man nicht mit "ie"...
Antwort:
(...) deutsche rechtschreibung lässt auch kriese mit ie schreiben.
- D a s Rechtschreibwörterbuch möchte ich sehen... Schön, daß wir in einer Zeit leben, wo jeder seine Regeln selbst erfindet. Danke, Kultusministerkonferenz! Anarchie und Chaos, sie leben hoch!
Soll ich es nun bedauern oder mich vielmehr glücklich schätzen, keine Lehrerlaufbahn eingeschlagen zu haben? Hätte ich dem Bürschchen sein Schreibheft um die Ohren hauen können... Aber körperliche Züchtigung ist ja verboten. Gut, also erklären wir dem jungen Mann, daß Krise aus dem Griechischen stammt, die deutsche Schreibung mit "i" sich somit am altgriechischen κρίσις orientiert und die deutsche Orthographie in ihrer bekannten Inkonsequenz Langvokale zwar häufig, aber keineswegs immer durch "ie" kennzeichnet.
Krisengebiet deutsche Sprache? Oder alles nur Pseudokrise?
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