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Samstag, 26. April 2008

Ahmadinedschad, phonetisch

Das "h" in Mahmud Ahmadinedschad ist kein Dehnungszeichen (*[ma:ˈmu:d a:madi:neˈʒa:d]), sondern steht für einen stimmhaften laryngalen (bzw. glottalen) Frikativ, also einen Reibelaut, der durch gegenseitige Annäherung der Stimmlippen aneinander produziert wird.

IPA-Transkription des Vor- und Nachnamens: [mæɦˈmu:d æɦmædi:neˈʒɔ:d]

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mahmud_Ahmadinedschad)

Für einen Nicht-Arabisch- (bzw. Nicht-Persisch-)Sprecher ist es zweifelsohne nicht unproblematisch, diesen Laut zu artikulieren. Für diesen Fall empfiehlt es sich, anstelle des stimmhaften laryngalen Frikativs einen stimmlosen uvularen Frikativ (= Ach-Laut) zu produzieren.

Wie ich auf dieses Thema komme? - Ich sage nur: Schöne Grüße an mdr info!

Montag, 7. April 2008

Liebliches Libyen, am Bache so rein...

Wieder einmal ergeht sich das Mammut an dieser Stelle in Medienkritik bzw. -schelte:

Mit anzuhören, wie absolut unkundige Möchtegern-Journalisten die Namen arabischer Staaten verhunzen, ist ein höchst zweifelhaftes Vergnügen, auf das ich gern verzichten würde.

Fall 1: Bahrain. Der Name des Königreichs im Persischen Golf wird oftmals einfach deutsch ausgesprochen, d. h. so wie er sich schreibt, mit einem langen "a", wobei das "h" als Dehnungszeichen interpretiert wird. Dem Durchschnittsbürger ist dies nicht zu verübeln, wer kennt schon alle Länder der Welt, aber von einem Medienvertreter darf man - denke ich - etwas mehr an (Aus-)Bildung erwarten.

Womöglich dünken sich diejenigen, die dergleichen sagen, auch noch im Recht, alldieweil Bahrain im Englischen [ba:ˈreɪn] artikuliert wird, also ebenfalls mit langem "a", ohne "h".

Das mag für das Englische richtig sein, da dieses nicht über einen velaren bzw. uvularen stimmlosen Frikativ (= Ach-Laut) verfügt. Das Deutsche hingegen zählt jenen sehr wohl zu seinen Sprachlauten, deshalb orientiert sich die deutsche Aussprache von Bahrain an der arabischen und lautet somit [baχˈraɪ̯n], mit einem Ach-Laut wie in Bach.

Fall 2: Libyen. Die Artikulation dieses Ländernamens wird zugegebenermaßen durch die im Deutschen ungewöhnliche Schreibung erschwert. Infolgedessen mutiert der nordafrikanische Staat nicht selten zu "Lybien", weil der Sprecher einfach nicht mehr weiß, "ob das 'y' nun vorn oder hinten steht". Im Gegensatz zu dem Personennamen Sibylle, der (wenngleich fälschlich) auch Sybille lauten kann, ist bei Libyen allerdings keine Vertauschung von "i" und "y" zulässig. Es sollte folglich entweder [ˈli:byən] oder [ˈli:biən] heißen, mit langem "i" in der ersten Silbe und kurzem "y" bzw. "i" in der zweiten.

Mögen den meisten Deutschen Libyen und Bahrain auch völlig gleichgültig sein, so gebietet es doch der Respekt vor anderen Völkern und deren Kultur, daß wir uns die (durchaus überschaubare) Mühe machen und die Namen fremder Staaten korrekt aussprechen.

Der Bach, der ist des Müllers Freund,
Und hellblau Liebchens Auge scheint...

Freitag, 28. März 2008

Zungenbrchr?

Heute geht es um Vokallosigkeit zwischen zwei Konsonanten, genauer gesagt zwischen "t"/"d" und "r" in einsilbigen Wörtern fremdsprachiger Herkunft.

Diverse Nachrichtensprecher tun sich mit der Artikulation dieser Lautfolgen außerordentlich schwer. So wird aus Al-Sadr (eigentlich assimiliert: As-Sadr) fast immer Al-Sadre, bisweilen auch Al-Sader. Autsch.

Ein anderes Beispiel ist der Vorname des HSV-Fußballers Piotr Trochowski, der von Medienleuten regelmäßig zu "Piotre" verunstaltet wird.

Ja, nicht jeder kann Russisch, Polnisch oder Arabisch, aber was ist mit Sprecherausbildung? Sprecherziehung?

Einfach rollen lassen... rrr!

Das knurrende Mammut